So war die "Nobel-Woche" mit der Verleihung des Chemie-Nobelpreises für Professor Ben List

14. Dezember 2021

Mit der als Hybridveranstaltung durchgeführten Zeremonie im Rathaus zu Stockholm hat am Freitag, 10. Dezember, die Nobel-Woche 2021 ihren würdigen Abschluss gefunden. Für den frisch gekürten Nobelpreisträger in Chemie, Prof. Benjamin List vom Max-Planck-Institut für Kohlenforschung, endete damit eine ganz besondere Woche.

Bereits mehrere Tage zuvor hatte die Nobelstiftung die Preisträger des Jahres 2021 coronabedingt erneut in ihren Heimatländern aufgezeichnet. Für die beiden deutschen Preisträger Prof. Klaus Hasselmann (Physik) und Benjamin List ging es dazu nach Berlin. Dort fand die Zeremonie, durchgeführt durch den schwedischen Botschafter Per Anders Thöresson, im Harnack-Haus der Max-Planck-Gesellschaft in Berlin statt. Die Laudatio auf beide Preisträger hielt Bundestagspräsidentin Bärbel Bas. In ihrer Rede betonte Bas den Stellenwert von Wissenschaft und Vernunft für unsere Gesellschaft. „Sie haben neues Wissen für die Menschheit geschaffen“, sagte Bas zu Benjamin List und zu Klaus Hasselmann, „Wissen, das wir dringend benötigen.“

Kurz zuvor hatte es ein Symposium gegeben, bei dem der bekannte Wissenschaftsjournalist Ranga Yogeshwar die beiden Preisträger interviewen konnte. Beide Veranstaltungen konnten live über Webstreams verfolgt werden, um möglichst viele Menschen zumindest auf digitalem Wege teilhaben zu lassen. Mehrere Tausend Nutzer haben die Videos bislang angeschaut.

Moderator Ranga Yogeshwar spricht mit den Nobelpreisträgern über ihre Forschung

Nobel Symposium mit den Preisträgern Prof. Dr. Klaus Hasselmann und Prof. Dr. Benjamin List

Moderator Ranga Yogeshwar spricht mit den Nobelpreisträgern über ihre Forschung

Am Mittwoch, 8. Dezember, wurden die offiziellen Nobel Lectures der Laureaten veröffentlicht. In den wissenschaftlichen Vorträgen erklären sie, für welche Errungenschaften sie mit dem Nobelpreis ausgezeichnet worden sind. Benjamin List geht in seinem Vortrag (in Englischer Sprache) auf die Ursprünge der asymmetrischen Organokatalyse ein und betont insbesondere, dass der Preis im Grunde nicht ihm und seinem Mitlaureaten David MacMillan alleine gebührt, sondern all jenen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die sich in den vergangenen 20 Jahren um die Organokatalyse verdient gemacht haben. Das Video hatten wir wenige Wochen zuvor im Museum für Kunst und Kulturgeschichte der Stadt Dortmund aufgezeichnet.    

Unangefochtener Höhepunkt jeder Nobelwoche ist die offizielle Zeremonie in Stockholm, die in jedem Jahr am Todestag Alfred Nobels stattfindet. Wie bereits im vergangenen Jahr hatte sich die Schwedische Akademie der Wissenschaften und die Nobelstiftung aufgrund der Corona-Pandemie für eine hybride Veranstaltung entschieden. Benjamin List selbst hat die Zeremonie – wie alle anderen Laureate auch – von zuhause aus verfolgt. Eine Einladung nach Stockholm und zur Teilnahme an der festlichen Gala mit Ball soll im kommenden Jahr nachgeholt werden.

Weitere interessante Beiträge

Zur Redakteursansicht