Katalyse im Zentrum der Forschung (1993-heute)

Mit der Ernennung von Manfred T. Reetz 1993 zum Direktor begann eine umfassende Neustrukturierung des Max-Planck-Instituts für Kohlenforschung. Reetz, der selbst das Fachgebiet für Organische Chemie abdeckte, initiierte in den Folgejahren die Erweiterung der Institutsleitung um vier weitere Direktoren, die jeweils eine wissenschaftliche Abteilung leiteten: Alois Fürstner (Abteilung für Metallorganische Chemie), Ferdi Schüth (Abteilung für Heterogene Katalyse), Walter Thiel (Theoretische Chemie 1999-2018) und Benjamin List (Abteilung für Homogene Katalyse). Seit 2002 wechselt unter den Direktoren das Amt des geschäftsführenden Direktors alle drei Jahre.

Die Verwaltung des Instituts wurde an eine hauptamtliche Verwaltungsleitung delegiert. Mit der Änderung der Struktur ging eine Neudefinition der wissenschaftlichen Ziele einher, die sich alle um das zentrale Thema der Katalyse gruppierten.

Katalysatoren haben eine enorme wirtschaftliche Bedeutung, denn kaum ein Herstellungsprozess kommt ohne sie aus. Katalysatoren ermöglichen hochspezifische Reaktionen und helfen Reaktionen mit geringerem Energieaufwand durchzuführen. Viele neuartige Verbindungen, Materialien oder Wirkstoffe können nur durch katalytische Prozesse hergestellt werden.

Der Campus erfuhr seit den 1990er Jahren zahlreiche Modernisierungen und Ausbauten, etwa geprägt durch neue Analysemethoden und die Etablierung der Computerchemie als eigenständigem wissenschaftlichem Zweig. 2015 und 2018 wurden nach dem Ausscheiden von Manfred T. Reetz und Walter Thiel zwei neue Direktoren berufen: Tobias Ritter (Organische Synthese) und Frank Neese (Molekulare Theorie und Spektroskopie).

Der ausgezeichnete Ruf des Instituts und seine hervorragende Ausstattung ziehen Nachwuchswissenschaftler aus der ganzen Welt an, die am Max-Planck-Institut für Kohlenforschung exzellente Bedingungen für ihre Forschung vorfinden.

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