Manfred Reetz erhält den Ryoji-Noyori-Preis
SSOCJ würdigt damit seine Beiträge zur Enzymkatalyse und zur Übergangsmetallkatalyse
Prof. Manfred Reetz, Emeritusdirektor und Leiter der externen Arbeitsgruppe Biokatalyse am Max-Planck-Instituts für Kohlenforschung wurde mit dem renommierten Ryoji-Noyori-Preis ausgezeichnet. Die Japanese Society of Synthetic Organic Chemistry (SSOCJ) würdigt damit seine wegweisenden Beiträge sowohl zur Enzymkatalyse als auch zur Übergangsmetallkatalyse. Die Auszeichnung ist mit 10.000 Euro dotiert.
Lange Zeit wurden Enzyme von organischen Chemikern nur selten genutzt. Häufig wirkten sie nur bei einer begrenzten Zahl von Molekülen, zeigten nicht die notwendige Stereoselektivität oder waren für den praktischen Einsatz zu instabil. In den 1990er-Jahren führte Reetz mit seiner Arbeitsgruppe das Konzept der gerichteten Evolution stereoselektiver Enzyme ein. Durch die Nachahmung des natürlichen Evolutionsprozesses erzeugten sie Bibliotheken von Enzymvarianten, testeten diese auf verbesserte Eigenschaften und optimierten sie iterativ. Dieser Ansatz verwandelte Enzyme von starren Naturwerkzeugen in maßgeschneiderte Katalysatoren für Anwendungen in der Pharmazeutik, Landwirtschaft, Materialwissenschaft und Grünen Chemie.
Auch zur Übergangsmetallkatalyse leistete Reetz bedeutende Beiträge. Er entwickelte neue Liganden und Katalysatoren, die eine bessere Kontrolle über die Stereoselektivität von Reaktionen ermöglichten und damit die asymmetrische Synthese voranbrachten.
Der Ryoji-Noyori-Preis wurde 2002 von der SSOCJ ins Leben gerufen, um an Ryoji Noyoris Nobelpreis im Jahr 2001 zu erinnern. Er wird jährlich an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der asymmetrischen Synthesechemie verliehen.












