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03.12.2013

Wo Luise Max trifft: Robert Bosch Stiftung würdigt besonderes Schulprojekt des MPI für Kohlenforschung

Wo Luise Max trifft: Robert Bosch Stiftung würdigt
besonderes Schulprojekt des MPI für Kohlenforschung

„Die kleine Luise besucht gemeinsam mit ihrer Familie den Tag der offenen Tür am Max-Planck-Institut für Kohlenforschung.“ So beginnen die Publikationen, die im MPI für Kohlenforschung entstehen, für gewöhnlich nicht. Doch die Broschüre „Luise trifft Max“, die Schüler der Mülheimer Luisenschule mit Forschern des Instituts erstellt haben, ist keine gewöhnliche Publikation. Sie ist das Ergebnis eines besonderen Projekts.

Gymnasiasten haben im Institut Facharbeiten für Chemie angefertigt und sich zur Aufgabe gemacht, ihr neues Wissen über das MPI zusätzlich mit jüngeren Mitschülern zu teilen. Herausgekommen ist ein 25-seitiges Heft, in dem die Forschungsschwerpunkte des Instituts in eine kindgerechte Rahmenhandlung eingebettet sind. Jetzt hat die Robert Bosch Stiftung die Schule und das Institut für dieses Projekt gewürdigt: beide Einrichtungen wurden beim Wettbewerb „Schule trifft Wissenschaft“ Anfang Dezember in Berlin mit einem Preisgeld von 1000 Euro ausgezeichnet.

Einfach ist mitunter kompliziert

„Ziel war es, das Institut und seine verschiedenen Arbeitsbereiche einer Zielgruppe von Zehn- bis Zwölfjährigen näherzubringen“, erklärt Lehrerin Christin Theyßen, die das Projekt begleitet hat. Wissenschaftliche Unterstützung gab es von den Mitarbeitern des Instituts. „Wir haben den Schülern zum Beispiel einige Recherchemöglichkeiten erklärt und beim Vereinfachen der Texte geholfen“, sagt Konrad Lehr, Doktorand am MPI.

Schnell war klar: Es ist gar nicht so leicht, komplizierte Inhalte einfach zu vermitteln. So entwickelte die Gruppe eine Geschichte, in welcher der Geist von Max Planck einem kleinen Schulmädchen erklärt, was am Institut vor sich geht. In witzigen und frechen Dialogen helfen die beiden Figuren dem Leser, komplizierte Forschungsinhalte besser zu verstehen. Die Wissenschaft soll vereinfacht dargestellt werden, keinesfalls aber falsch – ein Drahtseilakt.

„Die größte Schwierigkeit war für mich das Herunterbrechen auf eine einfache Sprach- und Wissensebene, ohne dabei den Sinn und die sachliche Richtigkeit zu verlieren“, erklärt Daniel Jüptner, einer der teilnehmenden Schüler. Doch genau darin sieht der junge Mülheimer, der mittlerweile seinen Bundesfreiwilligendienst absolviert, den größten Lerneffekt: „Dieser Schritt des Vereinfachens kann mir gut nützlich sein.“ Daniel möchte Arzt werden, dann müsse er in der Lage sein, seinen Patienten die Ursachen komplexer Krankheiten zu erläutern.

„Am meisten hat mir der Teil gefallen, als wir die sehr komplexen Themen zu einem Text zusammengefasst haben, der auch für Kinder geeignet ist“, sagt Felix Mohr, der mittlerweile in Düsseldorf Medizin studiert.

Eine Fortsetzung folgt

„Das Projekt war für alle Beteiligten eine Herausforderung, aber es hat auch großen Spaß gemacht“, erklärt Claudia Weidenthaler, die für das MPI die Projektkoordination übernommen hatte.

Und zwar so viel Spaß, dass die Zusammenarbeit zwischen Schule und Institut verstetigt werden soll. Und wie hat es sich für die Schüler angefühlt, die Broschüre zum ersten Mal in den Händen zu halten? „Das lässt sich einfach beantworten“, erklärt Felix: „Purer Stolz!“ Er will sich nach dem Medizinstudium den Weg in die Forschung weiter offen halten.

Die Broschüre bieten wir hier im pdf-Format zum Download an.

Bei Youtube ist ein Film der Robert Bosch Stiftung mit allen ausgezeichneten Projekten zu sehen.