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26.05.2014

Mülheim kommt zu Besuch – Mehr als 1500 Gäste beim Tag der offenen Tür der Kohlenforschung

Mülheim kommt zu Besuch – Mehr als 1500 Gäste beim Tag der offenen Tür der Kohlenforschung

Seit 100 Jahren forschen Chemiker am Max-Planck-Institut für Kohlenforschung an Fragestellungen der Katalyse. Darum hat Einrichtung nun zum Tag der offenen Tür geladen. Mehr als 1500 Besucher kamen ans Institut. Neben der Erläuterung von Forschungsthemen ging es den Kohlenforschern an den rund 30 Experimentier-Stationen vor allem um eines: die Lust auf Naturwissenschaft zu wecken.

Molekulares Kochstudio

Langsam aber stetig tropft die quietschgrüne Flüssigkeit aus dem Kolben in ein darunter stehendes Becherglas. Die Tropfen vermischen sich nicht etwa mit der klaren Lösung im Glas, sondern türmen sich in Form von kleinen Kügelchen am Boden. Neugierig und mit einer gewissen Skepsis beobachten die Besucher diesen Vorgang. Was haben die jungen Chemiker vom JCF Mülheim da aufgebaut? Es ist ein molekulares Kochstudio, in dem „Saft-Kaviar“ serviert wird. Mutige Besucher probieren die süße Köstlichkeit – stilecht im Reagenzglas, versteht sich.

Präzision lautet das Stichwort in der Feinmechanik des Instituts: Gemeinsam mit den Mitarbeitern stellen die Besucher Werkstücke selbst her, zum Beispiel edle Halterungen für Kugelschreiber oder kleine Mensch-Ärgere-Dich-Nicht-Spiele. Auch wenn das natürlich nicht die Dinge sind, die hier gewöhnlich hergestellt werden, so gewinnen die Besucher dennoch einen Eindruck davon, mit welcher Genauigkeit, mit welchem Anspruch die technischen Werkstätten am Institut arbeiten, damit die Wissenschaftler erfolgreich ihrer Forschung nachgehen können.

Es knallt im Innenhof

Plötzlich hört man einen lauten Knall vom Innenhof des Instituts. Ob da etwas schief gegangen ist? Nicht doch – die Wissenschaftler aus der Abteilung Heterogene Katalyse haben bloß eine „Böllerbüchse“ kontrolliert hochgehen lassen: Eine Blechdose wird dabei mit Wasserstoff gefüllt. Das Gas wird anschließend angezündet und verbrennt. Dadurch füllt sich die Büchse von unten her mit Luft. Es entsteht ein explosionsfähiges Wasserstoff-Luft-Gemisch, das durch die sich hineinziehende Flamme gezündet wird.


Lärm auch im Flur vor dem Lehrlabor: Mit einem lauten Krach zerschmettert eine Schülerin mit einem Hammer einen zuvor in flüssigen Stickstoff getauchten Gummischlauch. Durch die -196 Grad Celsius kalte Flüssigkeit wird das Material, welches für gewöhnlich elastisch ist, steinhart und brüchig. Gleiches gilt für die in den flüssigen Stickstoff getauchten Haselnusszweige, die in den Händen der Schülerin zerbröseln wie sprödes Laub.

Aus Sicht von Prof. Ben List, Geschäftsführender Direktor am Institut, ist der Tag der offenen Tür ein voller Erfolg: „Es ist schön zu sehen, dass so viele Bürger hierher kommen und sich für unsere Arbeit begeistern.“

Nächste Termine im Juni und September

Die nächste öffentliche Veranstaltung im Rahmen des 100-jährigen Bestehens ist der Vortrag von Prof. Manfred Reetz am Mittwoch, 11. Juni.

Spektakuläre Experimente gibt es wieder bei Prof. Ferdi Schüths Experimentalvorlesung in der Mülheimer Freilichtbühne am Samstag, 13. September.