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01.10.2015

Moleküle unseres Alltags aus alternativen Rohstoffen: Gonzalo Prieto wird zum Gruppenleiter ernannt

Moleküle unseres Alltags aus alternativen Rohstoffen: Gonzalo Prieto wird zum Gruppenleiter ernannt

Dr. Gonzalo Prieto wird neuer Gruppenleiter in der Abteilung Heterogene Katalyse am Max-Planck-Institut für Kohlenforschung. Seine Gruppe „Katalyse für Basischemikalien und Treibstoffherstellung“ hat es sich zum Ziel gesetzt, feste Katalysatoren für neuartige chemische Prozesse zu entwickeln, mit denen Basischemikalien und Flüssigkraftstoffe aus Kohlenstoffquellen wie Erdgas, Biomasse oder Kohlenstoffdioxid hergestellt werden können.

Unsere Gesellschaft ist auf eine relativ begrenzte Anzahl an Basischemikalien angewiesen, die in großem Maßstab aus Erdöl hergestellt werden. Das gilt für Polymere in Textilien, Verpackungen und Autos, bis hin zu Farbstoffen und Haushaltsprodukten, ebenso auch für die Flüssigkraftstoffe, auf denen unser Verkehrssystem beruht. Versiegende Rohölvorkommen und Sorgen um die Umwelt sind maßgebliche Treiber dafür, eine alternative chemische Industrie zu entwickeln, die auf reichlicher vorhandenen, im besten Fall erneuerbaren, Kohlenstoffquellen basiert.

„Unsere Gesellschaft ist momentan abhängig von den Molekülen, die wir aus Erdöl herstellen können. In der Gesellschaft der Zukunft müssen diese Plattformmoleküle aus alternativen Kohlenstoffquellen hergestellt werden. Das benötigt eine erhebliche Neukonzeption unserer großchemischen Prozesse“, erklärt Prieto. „Bei der traditionellen Raffination von Rohöl werden große Moleküle in kleinere gespalten. Im Gegensatz dazu sollte eine chemische Industrie, die auf anderen Rohstoffen, wie Erdgas oder CO2, beruht, neuartige Prozesse verwenden, die dieselben Moleküle aus kleineren Bausteinen wie Methan, CO, CO2, Methanol, Ethylen, usw. aufbauen können. Um dieses Ziel zu erreichen, versuchen wir feste Katalysatoren zu entwickeln, die diese chemischen Umwandlungen effizient und selektiv bewirken können.“

Leitung eines Labors in der Abteilung Heterogene Katalyse


Prieto wird ein Labor in Mülheim leiten, das zur Abteilung Heterogene Katalyse von Professor Ferdi Schüth gehört. Außerdem wird der Chemieingenieur Beziehungen zu Universitäten in NRW aufbauen. Er möchte an der Universität Bochum unterrichten und seine Kooperation mit der Fakultät für Physik an der Universität Duisburg-Essen im Bereich Mikroskopie fortsetzen.


Prieto hat Chemieingenieurwesen an der Universität Oviedo in Spanien studiert. Seinen Doktortitel hat er am Institute of Chemical Technology (ITQ) im spanischen Valencia erhalten. Danach hat er als Wissenschaftler an der Universität Utrecht in den Niederlanden und an der Louisiana State University in den USA gearbeitet. Im Herbst 2013 ist Prieto als Alexander-von-Humboldt Forschungsstipendiat ans Max-Planck-Institut für Kohlenforschung gekommen.

Jetzt bekommt er mit seiner eigenen Gruppe die Möglichkeit, sein Forschungsprofil zu erweitern. Prieto dazu: „Die Möglichkeit zur Wechselwirkung und Kooperation mit anderen Gruppen innerhalb des MPI für Kohlenforschung, die auf dem Gebiet der Materialwissenschaften, Spektroskopie oder Energiespeicherung und Energieumwandlung forschen, ebenso wie die herausragenden wissenschaftlichen und technischen Möglichkeiten des Instituts bieten meiner Meinung nach eine perfekte Umgebung, unsere Ziele zu verfolgen.“