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27.09.2013

Millionen für Mülheimer Forschung – Walter Thiel erhält ERC Advanced Grant

Millionen für Mülheimer Forschung – Walter Thiel erhält ERC Advanced Grant

Mülheim an der Ruhr/Brüssel. Gute Nachrichten für das Max-Planck-Institut für Kohlenforschung: Der Europäische Forschungsrat (European Research Council, ERC) fördert Professor Walter Thiel, den Leiter der Abteilung für Theoretische Chemie am Institut, mit einem ERC Advanced Grant. Er bekommt in den kommenden fünf Jahren Fördermittel in Höhe von 2 Millionen Euro für seine Forschung. Das hat der Forschungsrat nun in Brüssel bekannt gegeben.

Der ERC Advanced Grant ist für etablierte Spitzenforscher in Europa gedacht, die auf ihren Gebieten ambitionierte Projekte verfolgen wollen, so auch Walter Thiel:  Anders als in der Experimentalchemie findet die Arbeit der theoretischen Chemiker nicht im Labor, sondern vielmehr am Computer statt. Hier sorgt Thiels Forschergruppe für ein grundlegendes theoretisches Verständnis der chemischen Reaktionen und katalytischen Prozesse, welche die Kollegen in den Laboren beobachten. Vor allem die Anwendung der Quantenmechanik steht im Fokus der Forschungsarbeiten.

Die Theoretiker machen präzise Berechnungen an winzigen Molekülen oder modellieren gleich komplexe Systeme mit Tausenden von Atomen. Je nach Bedarf wenden die Wissenschaftler unterschiedliche Methoden für ihre Berechnungen an. Das Spektrum reicht von hochgenauen „ab initio“-Methoden („von Anfang an“) für kleine Moleküle bis hin zu Näherungsverfahren für komplexe Systeme, welche in der Abteilung selbst entwickelt werden.

Doch mit den Mitteln, die in der theoretischen Chemie bislang zur Verfügung stehen, ist Walter Thiel noch nicht zufrieden: Er sieht einen dringenden Bedarf für eine allgemein anwendbare Rechenmethode, die eine Lücke zwischen den bislang etablierten Methoden für kleine und sehr große Moleküle schließt. Dies kann beispielsweise im Zusammenhang mit komplexen biochemischen Prozessen rund um Enzyme eine wichtige Rolle spielen. Dieser Ansatz konnte den Rat in Brüssel überzeugen.

Nach Angaben des Europäischen Forschungsrats hatten sich mehr als 2400 europäische Forscher aus den unterschiedlichsten Fachrichtungen um einen der begehrten Advanced Grants beworben. Etwa zwölf Prozent aller Bewerbungen hatten Erfolg. Die ERC-Forscher gehörten zur Spitze ihres Bereichs, erklärt Máire Geoghegan-Quinn, EU-Kommissarin für Wissenschaft und Forschung. Man sei auf ihre Erfolge in Europa angewiesen.

Die Pressemitteilung des ERC finden Sie hier.