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15.11.2012

Leidenschaftlich bei der Arbeit: Matthias Beller mit Karl-Ziegler-Gastprofessur geehrt

Leidenschaftlich bei der Arbeit: Matthias Beller mit Karl-Ziegler-Gastprofessur geehrt

 

Wie sollte ein Chemiker arbeiten? Er soll bekannte Gefilde verlassen, sich auf neue Themen einlassen und bereit sein, Risiken einzugehen – dieser Ansicht ist jedenfalls Prof. Dr. Matthias Beller, frisch gekürter Karl-Ziegler-Gastprofessor am Max-Planck-Institut für Kohlenforschung. 

In seinem Festvortrag hat Beller den rund 200 Zuhörern im Hörsaal des MPI für Kohlenforschung von seiner Arbeit berichtet. Beller und seine Arbeitsgruppe beschäftigen sich unter anderem mit Fragen zur Energieumwandlung und mit der chemischen Speicherung von Energie. Denn die ausreichende und nachhaltige Energieversorgung ist eine, wenn nicht die wichtigste Herausforderung für die Zukunft der Menschheit, so Prof. Beller.

Doch der Direktor des Rostocker Leibniz Instituts für Katalyseforschung hat nicht nur von seiner Arbeit berichtet, sondern seinem Publikum vor allem deutlich gemacht, worauf es ihm in seinem Beruf als Chemiker ankommt: die Leidenschaft für die Arbeit, die Neugier auf Unbekanntes und den Mut, abseits der ausgetretenen Pfade tätig zu werden.

Mit Prof. Matthias Beller wurde in diesem Jahr bereits zum 25. Mal ein Chemiker zum Karl-Ziegler-Gastprofessor am Max-Planck-Institut für Kohlenforschung ernannt. Drei Tage lang hatte sich der Familienvater im Mülheimer Institut einquartiert, um dort neben der Vorlesung auch mehrere Workshops abzuhalten und sich im persönlichen Gespräch mit den Wissenschaftlern auszutauschen. Insbesondere für die Doktoranden und Postdoktoranden am Institut können Impulse aus der angewandten Forschung, wie Beller sie praktiziert, von Interesse für ihre weitere wissenschaftliche Laufbahn sein.

Chemiker interessieren sich nicht nur für ihr Labor – das gilt für den Tolkien-Experten Matthias Beller genauso wie für den Kunstliebhaber Karl Ziegler, der seit den späten 1950er Jahren gemeinsam mit seiner Frau Maria eine hochkarätige Sammlung von Bildern aus dem Expressionismus und der klassischen Moderne aufgebaut hatte. Diese Sammlung, die Ziegler der Stadt Mülheim vermachte, zählt heute zu den bedeutendsten der Region. Um über den Namensgeber seiner Gastprofessur etwas mehr zu erfahren, besuchte Matthias Beller auch die Ausstellung, die im Kunstmuseum Mülheim zu sehen ist.

Karl Zieglers Ehefrau Maria und Tochter Marianne haben dem Institut 1978 Mittel hinterlassen, damit im Andenken an den Nobelpreisträger Gastvorlesungen gestiftet werden. Seither werden hervorragende Wissenschaftler aus dem In- und Ausland eingeladen, um in einem Vortrag über ihre Forschungsarbeit zu berichten. Außerdem bieten sie Doktoranden und Postdoktoranden in Workshops und im persönlichen Gespräch die Gelegenheit zum Austausch an. Die Karl-Ziegler-Gastprofessur ist mit einem Preisgeld von 5000 Euro dotiert.

(Die Abbildung zeigt Prof. Dr. Matthias Beller (links) mit Prof. Dr. Benjamin List bei der Preisverleihung. Foto: Max-Planck-Institut für Kohlenforschung)