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03.07.2013

Kohlenforscher gehen am Bodensee mit Nobelpreisträgern auf Tuchfühlung

Kohlenforscher gehen am Bodensee mit Nobelpreisträgern auf Tuchfühlung

34 Nobelpreisträger und 600 junge Wissenschaftler bevölkern derzeit die Insel Lindau im Bodensee. Dort läuft das 63. Nobelpreisträgertreffen, bei dem Nachwuchsforscher die Gelegenheit haben, mit denjenigen Kollegen ihres Fachs auf Tuchfühlung zu gehen, die die höchste wissenschaftliche Auszeichnung erhalten haben: den Nobelpreis. Auch sechs Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Kohlenforschung sind unter den Teilnehmern.

Inspiration für die Arbeit

„Ich erhoffe mir von der Teilnahme in Lindau vor allem Motivation und Inspiration für meine Arbeit“, sagt beispielsweise Tobias Zimmermann. Viele der anwesenden Nobelpreisträger haben die Auszeichnung für ihre Arbeit auf dem Gebiet der Katalyse erhalten – genau damit beschäftigt man sich schließlich auch an der Kohlenforschung. Gespannt ist Zimmermann besonders auf den Physiker und Oberflächenchemiker Gerhard Ertl, ehemaliger Direktor am Fritz-Haber-Institut der Max-Planck-Gesellschaft in Berlin und Nobelpreisträger von 2007. „Ich habe an der TU München studiert, wo ich Professor Ertl bereits 2008 zuhören konnte“, erklärt er. Das war damals anlässlich der Verleihung der Ehrendoktorwürde an Ertl. Tobias Zimmermann selbst hat sich in seiner Masterarbeit mit der Oberflächenchemie beschäftigt. Der Max-Planck-Gesellschaft hat Doktorand Tobias Zimmermann verraten, was er sich sonst von der Nobelpreisträgertagung in Lindau erhofft.

Vorfreude auf Nobelpreisträger

Ágnes Kozma, die sich mit der Synthese neuer Liganden und deren Anwendung in der Katalyse beschäftigt, freut sich vor allem darauf, den Nobelpreisträger von 2010, Akira Suzuki zu treffen. Er wurde seinerzeit für die Entwicklung von palladium-katalysierten Kreuzkupplungen in der Organischen Synthese ausgezeichnet. „Im Labor arbeite ich mit der Suzuki-Kupplung“, erklärt Ágnes Kozma, „darum bin ich sehr gespannt darauf, von ihm persönlich etwas über seine Arbeit zu erfahren und vielleicht einen neuen Denkanstoß für meine Forschung zu bekommen.“

Substanz statt Status

Die Tagung, bei der  sich ganz Lindau in ein Labor verwandelt, dauert die ganze Woche. Die Doktoranden können sich also in Ruhe informell mit den Nobelpreisträgern austauschen – über ihre Forschungsprojekte oder auch über Karriereperspektiven. Wichtig ist den Organisatoren dabei, dass keine falsche Scheu gegenüber den Koryphäen der Wissenschaft gibt: „In Lindau geht es nicht um Status, sondern um Substanz“, so Gräfin Betinna Bernadotte, Präsidentin des Stiftungsrats Lindauer Nobelpreisträgertreffen.

(Foto: Die Teilnehmer aus der Kohlenforschung sind Tobias Zimmermann (von links), Manuel Alcarazo, Jens Willwacher, Basker Sundararaju, Mattia Riccardo Monaco und Ágnes Kozma.)