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14.03.2013

Kohlenforscher besuchen Chemiedozententagung und Angewandte-Symposium

Kohlenforscher besuchen Chemiedozententagung und Angewandte-Symposium

 

Für ein paar Tage ist das Max-Planck-Institut Kohlenforschung von Mülheim an der Ruhr nach Berlin umgezogen:  Viele Institutsangehörige waren zur Chemiedozententagung der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) sowie zum Festsymposium anlässlich des 125-jährigen Bestehens der Zeitschrift „Angewandte Chemie“ in die deutsche Hauptstadt gereist. Die Wissenschaftler hielten im Henry Ford Bau der Freien Universität ihre Vorträge, tauschten sich rege mit den anderen rund 1500 Teilnehmern der Tagung aus oder nahmen sogar Preise und Auszeichnungen in Empfang.

Horst-Pracejus-Preis für Benjamin List

So war Benjamin List von der der GDCh-Jury zum diesjährigen Horst-Pracejus-Preisträger ausgewählt worden. Dieser Preis wird für herausragende Leistungen im teildisziplinübergreifenden Feld der Chiralität verliehen. Professor Dr. Albrecht Berkessel aus Köln, der die Laudatio auf Prof. List hielt, erkennt klare Parallelen zwischen dem Preisträger und dem Namensgeber der Auszeichnung. So hat sich der ostdeutsche Wissenschaftler Horst Pracejus zu einem Zeitpunkt mit dem Thema Organokatalyse beschäftigt, als es unter Chemikern absolut unüblich war – ebenso wie Benjamin List. „Ich habe mich oft gefragt, wie Pracejus sich gefühlt hat“, erklärte List, als er den Preis in Empfang nahm. „Ist die eigene Forschung wirklich so visionär oder einfach nur völlig abwegig?“ Das zeige sich oft erst nach langer Arbeit. Für ihn sei Pracejus daher ein Held, bekräftigte Benjamin List, der sich über die Auszeichnung „wahnsinnig“ freut.

Feuertaufe für Manuel Alcarazo

Auch Kohlenforscher Manuel Alcarazo durfte sich über eine Auszeichnung freuen: Der Gruppenleiter wurde mit dem ADUC-Jahrespreis für Habilitanden ausgezeichnet. Der Vortrag, den er über das Design und die Synthese von starken π-Akzeptor-Liganden hielt, war für Alcarazo gleichzeitig eine ganz besondere „Feuertaufe“: Es war der erste Vortrag in deutscher Sprache für den jungen Chemiker aus Spanien.

Alois Fürstner hält Plädoyer für die organische Synthese

Nobelpreisträger wie Roald Hoffmann oder Ahmed Zewail, FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher oder Harvard-Professor George Whitesides: Hochrangige Redner hatte die „Angewandte Chemie“ für ihr Festsymposium eingeladen, darunter auch den Kohlenforscher Alois Fürstner. Mit seinem Vortrag „Catalysis for Total Synthesis“ zog Prof. Fürstner die Zuhörer in seinen Bann. Er forderte vor allem die zahlreichen jungen Chemiker im Saal dazu auf, Mut zu haben. Mut, sich auch auf dem augenscheinlich recht abgegrasten Feld der organischen Synthese zu versuchen. So erinnerte er eindringlich daran, dass es auch in Zukunft viel zu tun gebe, beispielsweise im Bereich der Eisenkatalyse.

Die nächste Chemiedozententagung der Gesellschaft Deutscher Chemiker findet im März 2014 in Paderborn statt.

(Foto: GDCh/ Bernd Wannenmacher)