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27.10.2016

Ein Infoabend zu Forschung - Medizin und Sicherheit: Max-Planck-Institut empfing Anwohner zum Dialog über Radiochemische Grundlagenforschung

Ein Infoabend zu Forschung - Medizin und Sicherheit:
Max-Planck-Institut empfing Anwohner zum Dialog über Radiochemische 
Grundlagenforschung

Forschung, Medizin und Sicherheit, dies war  - fußballerisch gesprochen - die "Dreierkette", die das Max-Planck-Institut für Kohlenforschung am Mittwochabend bei seinem "Infoabend Radiochemische Grundlagenforschung" präsentierte. Das Institut hatte interessierte Bürger eingeladen, um das neue Forschungsfeld von Professor Tobias Ritter vorzustellen und die Anwendung der Grundlagenforschungsergebnisse in der Medizin zu beleuchten.

Ritter zeigte, dass seine Arbeit darauf zielt, neue Moleküle herzustellen, die bei dem bildgebenden Verfahren der Positronen-Emissions-Tomografie (PET) eingesetzt werden können. Im Zentrum seiner Forschung steht das radioaktive Fluorisotop 18F, das der Chemiker mit seinem Team erforscht, weil es bei PET für das Verstehen von Krankheiten wie Krebs, Alzheimer oder Parkinson sehr interessant ist. Ritter erklärte den Zuhörern, dass das Entwickeln neuer Moleküle sehr viel mit Ideen und Ausprobieren zu tun hat und, dass chemische Grundlagenforschung leider oft viel Zeit benötige. Mit einem eigens für den Anlass produzierten Film zeigte der Harvard-Professor, wie das Arbeiten in dem hochmodernen Radionuklidlabor abläuft und, welche Forschungsaspekte Ritter faszinieren.

Die praktische Anwendung von Radionukliden in der Nuklearmedizin wurde dann von Dr. med. Verena Ruhlmann, Oberärztin der Nuklearmedizinischen Praxis am Universitätsklinikum Essen, vorgestellt. Sie berichtete, dass mit kombinierten PET-CT-Geräten – wie es sie am Universitätsklinikum gibt - Diagnosen deutlich konkreter und nichtinvasiv gestellt werden können. Auch die Behandlung von Erkrankten könne mit PET viel individueller und schonender geplant werden, da die Radionuklide betroffenes Gewebe sehr genau detektieren. 

Der Sicherheitsverantwortliche des Max-Planck-Institutes für Kohlenforschung, Dr. Nils Theyssen kam dann auf die Sicherheit im Umgang mit radioaktiven Substanzen zu sprechen, die im Institut höchste Priorität innehat. Er berichtete vom Einbau des Labors und gab den Gästen Gelegenheit, das besondere Strahlenschutzmauerwerk zu begutachten. Die Besucher erfuhren, dass die Strahlenbelastung für Mitarbeiter im Radionuklidlabor selbst bei mehrjährigem Arbeiten nicht höher als bei einer CT-Untersuchung sei.

Der Abend wurde auch genutzt, um die Fragen der Zuhörer in einer Gesprächsrunde zu beantworten. Anwesende Anwohner fragten zum Beispiel, ob mit der Anlieferung des Materials Risiken verbunden seien – etwa wenn das Lieferfahrzeug verunglücke. Sie erfuhren, dass wenn eine im Institut genutzte Probe mit maximal erlaubter Aktivität im Radionuklidlabor auf den Boden verschüttet würde, dies am nächstgelegenen Margaretenplatz zu einer Strahlung führen würde, die immer noch deutlich unterhalb der natürlichen Hintergrundstrahlung läge.

Moderator Jörg Zimmer führte unterhaltsam durch den Abend und vermittelte Wissenswertes rund um das Institut und die Chemie auf charmante Art. Die Gäste nutzten die Gelegenheit, nach der Veranstaltung mit den Experten in individuellen Gesprächen weitere Fragen zu klären.