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09.12.2016

Bedeutender Schweizer Nachwuchsförderpreis auf dem Gebiet der Chemie geht an Bill Morandi - ETH Zürich zeichnet den Forscher mit Ružička-Preis 2016 aus

Bedeutender Schweizer Nachwuchsförderpreis auf dem Gebiet der Chemie geht an Bill Morandi - ETH Zürich zeichnet den Forscher mit Ružička-Preis 2016 aus

Bill Morandi vom Max-Planck-Institut für Kohlenforschung erhält einen der wichtigsten Schweizer Nachwuchsförderungspreise auf dem Gebiet der Chemie: Die ETH Zürich hat ihn mit dem Ružička-Preis 2016 ausgezeichnet. In der Begründung der Jury heißt es, Morandi habe mit Erfolg neue Konzepte in der Katalyse entwickelt, die zu mehr Effizienz und Sicherheit in der Medizinalchemie und in der Materialwissenschaft führen. Der Preis ist mit 10.000 Schweizer Franken dotiert und nach dem ehemaligen ETH Professor und Nobelpreisträger Leopold Ružička benannt.

Besondere Anerkennung zollten die Schweizer Morandis Konzept, der „Shuttle Catalysis“. Der Gruppenleiter hat eine sicherere Variante des chemischen Syntheseschrittes der Hydrocyanierung entdeckt, welche auf den Austausch zweier funktioneller Gruppen zwischen zwei Molekülen baut und auf den Einsatz toxischer Blausäure als Reagenz verzichten kann. Die „Shuttle Catalysis“ könnte theoretisch auf weitere Vorgänge in der chemischen Synthese übertragen werden, so dass künftig toxische und hoch reaktive Reagenzien wie Salzsäure oder Kohlenmonoxid nicht mehr im Laboratorium eingesetzt werden müssten.

Ein vielseitiger Forscher mit Fokus auf Nachhaltigkeit und Kosteneffizienz

Nachhaltigkeit und Kosteneffizienz sind zwei wichtige Forschungsschwerpunkte von Bill Morandi, der seit 2014 die Gruppe Homogene Katalyse und Reaktionsdesign am Max-Planck-Institut für Kohlenforschung leitet. Zurzeit werden in der Industrie für viele Vorgänge teure und seltene Edelmetalle wie Rhodium oder Palladium als Katalysatoren eingesetzt. Morandis Gruppe forscht daran, diese Edelmetalle in Zukunft durch günstigere Alternativen wie Eisen, Nickel oder Kupfer ersetzen zu können, die in großen Mengen vorhanden sind.

Diese vielseitige Forschung wird nun durch die Verleihung des Ružička-Preises gewürdigt. „Bill Morandi hat in seiner noch jungen Forschungslaufbahn im Bereich der organischen Synthesechemie bereits eine Reihe von wegweisenden Durchbrüchen erzielt, die sich durch ein hohes Maß an Kreativität und Originalität auszeichnen“, begründete Karl-Heinz Altmann, Vorsteher des Departements Chemie und Angewandte Biowissenschaften an der ETH Zürich, den Juryentscheid.

Morandi startete seine Karriere an der ETH Zürich

Der mit 10.000 Schweizer Franken dotierte Ružička-Preis ist nicht die erste Auszeichnung, die Bill Morandi an der ETH Zürich entgegen nehmen darf. So wurde er 2013 nach Abschluss seines Studiums für seine herausragende Dissertation mit der ETH-Medaille ausgezeichnet. Seitdem häufen sich die Preise bei dem Nachwuchsforscher. Nachdem er 2015 den Thieme Journal Award erhielt, zeichnete ihn 2016 das Magazin Chemical & Engineering News der American Chemical Society als Talented Twelve 2016 aus. Kürzlich erhielt Morandi zudem den Bayer Early Excellence in Science Award.

Ružička-Preis

Seit 1957 wird der Preis, der nach Nobelpreisträger Leopold Ružička benannt ist, an junge Forschende vergeben, die Herausragendes auf dem Gebiet der Chemie geleistet haben. Der Ružička-Preis wird durch Gelder aus der schweizerischen chemischen Industrie ermöglicht und ist neben dem Werner-Preis der bedeutendste Schweizer Preis für Nachwuchsförderung in der Chemie.
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Bild: @ ETH Zürich: von links nach rechts: Prof. Dr. Ulrich Weidmann (Vizepräsident der ETH Zürich), Dr. Bill Morandi, Prof. Dr. Karl-Heinz Altmann (Vorsteher des Departements Chemie und Angewandte Biowissenschaften der ETH Zürich), Prof. Dr. Erick Carreira (Professor für Organische Chemie an der ETH Zürich).