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09.06.2016

Alois Fürstner überreicht Auszeichnung an Karl-Ziegler Gastprofessor Erick Carreira: Öffentliche Festvorlesung über „kleine Moleküle“ lockte großes Fachpublikum ins Max-Planck-Institut für Kohlenforschung

Alois Fürstner überreicht Auszeichnung an Karl-Ziegler Gastprofessor Erick 
Carreira: Öffentliche Festvorlesung über „kleine Moleküle“ lockte großes 
Fachpublikum ins Max-Planck-Institut für Kohlenforschung

Die öffentliche Vorlesung von Karl-Ziegler-Gastprofessor 2016 Erick M. Carreira zog ein breites Fachpublikum und viele Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Kohlenforschung sowie von umliegenden Universitäten an. Im vollbesetzten großen Hörsaal des Instituts lauschten sie dem Chemieprofessor der ETH Zürich, der eine Fülle interessanter Forschungsergebnisse vorstellte, an denen zum Teil auch heutige Mitarbeiter des Mülheimer Instituts beteiligt waren.

In seiner Einführung stellte Prof. Alois Fürstner, Geschäftsführender Direktor am Max-Planck-Institut für Kohlenforschung, den Namensgeber des Mülheimer Ehrenpreises Karl Ziegler und seine wichtigsten Forschungsbeiträge in den Mittelpunkt. So erfuhren die Zuhörer, dass Ziegler als langjähriger Direktor des Instituts seine wohl bekannteste Erfindung, eine neue Klasse von Katalysatoren für die Polymerisation von Ethylen, zwar per Zufall gemacht hatte, darauf aber „gut vorbereitet war“, wie Fürstner ausführte. Diese Entdeckung hat die industrielle Herstellung von Kunststoffen revolutioniert, Ziegler den Nobelpreis eingebracht und dem Institut durch hohe Patenteinnahmen etwa vier Jahrzehnte finanzieller Unabhängigkeit verschafft. Die Einrichtung der Karl-Ziegler-Gastprofessur im Jahr 1978 erfolgte im Gedenken an den Ausnahmewissenschaftler Ziegler und hat dazu geführt, dass mittlerweile 28 höchst renommierte Wissenschaftler aus der ganzen Welt Gastvorträge an der Wirkungsstätte Zieglers halten konnten.
 

Die mit 5000 Euro verbundene Auszeichnung von Prof. Erick Carreira mit der Karl-Ziegler-Gastprofessur 2016 begründete Alois Fürstner mit seinen wichtigen Beiträgen in den Bereichen der Organischen Synthese, der metallorganischen Chemie und der medizinischen Chemie. Er stellte den gebürtigen aber in den USA ausgebildeten Kubaner als Forscher mit Vorbildcharakter vor, der viele internationale Auszeichnungen für seine Arbeit erhalten hat. Außerdem hat er zahlreiche Wissenschaftler betreut, die inzwischen selbst sehr erfolgreiche Karrieren eingeschlagen haben. Carreira rückte in seinem Vortrag „Surprises and Discoveries with Small Molecules“ seine Forschungsschwerpunkte in den Mittelpunkt und sprach über die Entwicklung stereoselektiver Synthesemethoden und ihre Anwendung auf strukturell komplexe und biologisch aktive Naturstoffe sowie pharmazeutische Wirkstoffe. Er betonte auch seine guten Kontakte zu Forschern des Mülheimer Instituts, die teilweise in Zürich mit ihm gearbeitet hatten, wie der Postdoktorand James Hamilton, der Gruppenleiter Bill Morandi und der Direktor Tobias Ritter.

Eine gute Tradition: der Empfang im Haus ZENIT 

Das Beisammensein beim anschließenden Umtrunk im Haus Urge, dem ehemaligen Gästehaus des Max-Planck-Instituts für Kohlenforschung, fiel entsprechend herzlich aus.
 
Alois Fürstner überreichte Carreira zur Erinnerung an den Aufenthalt als Karl-Ziegler-Gastprofessor einen seltenen Bildband über die Stiftung Sammlung Ziegler im Mülheimer Kunstmuseum. Der Professor aus der Schweiz hatte die Sammlung am Nachmittag in einer exklusiven Führung besichtigt. Der Abend war für den Austausch mit den Gästen und Mitarbeitern des Max-Planck-Instituts für Kohlenforschung reserviert. Am Folgetag hielt der Gastprofessor sein drittes Seminar am Institut und stand den Studenten für Gespräche zur Verfügung.