Jugendliche erleben Forschungsalltag am MPI

Schülerinnen und Schüler der Luisenschule machen Praktikum im Lehrlabor

27. August 2026

Anstatt Strand und Liegestuhl: Acht Schüler*innen der Mülheimer Luisenschule verbringen eine Woche am Max-Planck-Institut für Kohlenforschung. Betreut von den Technikern Roland Petzold und Felix Waldbach aus der Abteilung Organische Synthese von Prof. Tobias Ritter erhalten sie einen unmittelbaren Einblick in den Alltag eines Spitzenforschungsinstituts.

Vorsichtig stellt Julia das Ölbad unter den Rundkolben. Gemeinsam mit den anderen sieben Jugendlichen setzt sie eine Reaktion im Lehrlabor des Instituts an. Das Ziel: Während dieser Woche sollen Stoffe entstehen, mit der die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in der Arbeitsgruppe von Prof. Tobias Ritter tatsächlich arbeiten. Dass ihre Arbeit einen realen Beitrag leistet, sorgt bei den Schülern für zusätzliche Konzentration und Ernsthaftigkeit bei der Arbeit.

Ohnehin erleben Roland Petzold und Felix Waldbach die Gruppe als aufmerksam und neugierig: „Es ist schön, zu sehen, dass die Schülerinnen und Schüler sich wirklich für das interessieren, was wir für sie vorbereitet haben“, sagt Roland Petzold. Über die vergangenen Jahre hat die Ritter-Gruppe die Kooperation mit der Luisenschule ausgebaut und ein maßgeschneidertes Angebot für die jungen Menschen geschaffen. Auch in diesem Sommer reißen die Fragen der jungen Frauen und Männer nicht ab, egal ob es um Sicherheit, Syntheserouten oder Auswertung geht. „Genau das ist das Ziel der Woche: die Arbeitswelt eines Wissenschaftsinstituts erfahrbar machen, jenseits von Schulbuch und Klausur“, erklärt sein Kollege Felix Waldbach.  

Zum Abzug und zur Werkbank des Lehrlabors gesellen sich im Laufe der Woche auch unterschiedliche Analysegeräte: Bei Besuchen unterschiedlicher Servicegruppen lernen die Jugendlichen zentrale Analyseverfahren kennen – NMR und Massenspektrometrie zum Beispiel. Was im Unterricht oft abstrakt bleibt, zeigt hier sein praktisches Gesicht: Spektren werden zu Werkzeugen, Retentionszeiten zu Entscheidungsgrundlagen.

Nach den Sommerferien geht es für die Gruppe in die 12. Klasse; viele von ihnen besuchen den Chemie-Leistungskurs. Entsprechend groß ist die Motivation, nicht nur zuzuschauen, sondern selbst anzupacken.

Julia wirft gerade einen prüfenden Blick auf ihre Reaktion. Alles läuft nach Plan. Für sie ist der Weg klar: „Ich möchte später gerne in den Naturwissenschaften arbeiten“, sagt sie. Das Praktikum in den Ferien habe sie bewusst gewählt – als Chance, wichtige Erfahrungen zu sammeln und die eigenen Interessen zu schärfen.

Eine Woche mag kurz sein. Doch zwischen Pipetten, Reaktionskolben und Messkurven entsteht etwas Langfristiges: ein Gefühl dafür, wie Forschung funktioniert – und vielleicht der erste feste Schritt in eine wissenschaftliche Zukunft.

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