Satoshi Maeda besuchte das Institut als Karl-Ziegler-Gastprofessor
Das Institut stand im Zeichen des intensiven wissenschaftlichen Austausches mit dem renommierten theoretischen Chemiker
Der international renommierte theoretische Chemiker zählt zu den führenden Forschern auf dem Gebiet der computergestützten Reaktionsforschung und entwickelt innovative Methoden zur automatisierten Untersuchung chemischer Prozesse. Professor Satoshi Maeda, Direktor des Institute for Chemical Reaction Design and Discovery (ICReDD) an der Hokkaido University, gelang es in den vergangenen Jahren, mit verschiedenen computergestützten Ansätzen komplexe Netzwerke chemischer Reaktionen systematisch abzubilden und bislang unbekannte Reaktionsmechanismen sichtbar zu machen. Seine Arbeiten zeigen eindrucksvoll das Potenzial automatisierter Methoden im Bereich des Reaktionsdesigns und der -vorhersage.
Für seine wegweisenden Beiträge wurde Maeda nun mit der Karl-Ziegler-Gastprofessur ausgezeichnet - der höchsten wissenschaftlichen Ehrung des Instituts. Im Rahmen eines zweitägigen Besuchs tauschte sich der 47-jährige intensiv mit den Forschenden des Campus aus. „Wir freuen uns sehr, in diesem Jahr einen Experten aus dem Bereich der theoretischen Chemie zu ehren, dessen Forschung das Potenzial automatisierter Methoden und die Einbindung von Computerchemie eindrucksvoll verdeutlicht“, sagte Frank Neese, Geschäftsführender Direktor des Max-Planck-Instituts für Kohlenforschung.
In seinem Festvortrag zeigte Maeda, wie moderne Quantenchemie zunehmend ein vorausschauendes Verständnis chemischer Reaktivität ermöglicht und damit klassische Trial-and-Error-Ansätze ergänzt oder sogar ersetzt. Besonders beeindruckte das Publikum im voll besetzten Hörsaal, dass Maeda mithilfe seiner Methoden ein chemisches Problem ad hoc lösen konnte, das über mehr als fünf Jahrzehnte hinweg experimentell nicht vollständig geklärt werden konnte. Die vorgestellten Ergebnisse stießen auf großes Interesse und wurden im Anschluss intensiv mit den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Campus diskutiert.
Die Karl-Ziegler-Gastprofessur wird seit 1980 an international herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verliehen. Die Liste der bisherigen Gäste umfasst zahlreiche bedeutende Persönlichkeiten der Chemie, darunter mehrere spätere Nobelpreisträger. Im Mittelpunkt der Gastprofessur steht neben der Ehrung exzellenter Forschung insbesondere der intensive wissenschaftliche Austausch. Zu diesem Zweck hatte die Familie des ehemaligen Institutsdirektors und Nobelpreisträgers Karl Ziegler einst einen eigenen Fonds eingerichtet, der inzwischen 36 Koryphäen der Chemie an den Mülheimer Standort brachte.











