Der theoretische Chemiker Satoshi Maeda wird mit der Karl-Ziegler-Gastprofessur 2026 geehrt

12. Mai 2026

Professor Satoshi Maeda zählt zu den international führenden Forschern auf dem Gebiet der theoretischen Chemie und computergestützten Reaktionsmechanismen. In diesem Jahr wird der Wissenschaftler für seine wegweisenden Beiträge zur automatisierten Exploration chemischer Reaktionsnetzwerke mit der Karl-Ziegler-Gastprofessur des Max-Planck-Instituts für Kohlenforschung ausgezeichnet.

Vom 27. bis 28. Mai besucht er das Institut, um seine Forschung vorzustellen und sich mit den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern vor Ort auszutauschen.

Maeda ist Direktor des Institute for Chemical Reaction Design and Discovery (ICReDD) an der Hokkaido University und hat mit der Entwicklung innovativer Algorithmen zur Vorhersage chemischer Reaktionen die theoretische Chemie maßgeblich geprägt. Besonders bekannt ist er für Methoden wie das Artificial Force Induced Reaction (AFIR)-Verfahren, das es ermöglicht, komplexe Reaktionspfade systematisch zu identifizieren.

Die öffentliche Festvorlesung und die Urkundenübergabe für den Karl-Ziegler-Gastprofessor 2026 finden am Dienstag, den 27. Mai, um 16 Uhr im Großen Hörsaal des Max-Planck-Instituts für Kohlenforschung (Lembkestraße 7, Mülheim an der Ruhr) statt. In seinem Vortrag „Toward Reaction Design and Discovery through Quantum Chemistry“ wird Professor Maeda erläutern, wie die Quantenchemie zunehmend ein vorausschauendes Verständnis chemischer Reaktivität ermöglicht, das über traditionelle Trial-and-Error-Ansätze hinausgeht. Er wird die neuesten Fortschritte bei der automatisierten Erforschung von Reaktionswegen vorstellen, die komplexe Reaktionsnetzwerke systematisch abbilden und bisher unbekannte Reaktionsmechanismen aufdecken. Diese Methoden bilden die Grundlage für ein durch Quantenchemie gesteuertes Reaktionsdesign und die Entdeckung neuer Reaktionen und eröffnen neue Möglichkeiten für die rationale Entwicklung von Katalysatoren und chemischen Prozessen. Der Vortrag wird in englischer Sprache gehalten.

Über die Karl-Ziegler-Gastprofessur

Die Karl-Ziegler-Gastprofessur erinnert an den Chemiker, Nobelpreisträger und Ehrenbürger der Stadt Mülheim an der Ruhr Karl Ziegler, der das Max-Planck-Institut für Kohlenforschung von 1943 bis 1969 leitete. Mit der Entwicklung neuer Katalysatoren für die Polymerisation von Ethylen legte er wichtige Grundlagen für die industrielle Kunststoffproduktion und erhielt dafür 1963 den Nobelpreis für Chemie.

Seit 1980 verleiht das Institut die Karl-Ziegler-Gastprofessur als höchste wissenschaftliche Auszeichnung an internationale Forschende, die für einen wissenschaftlichen Austausch nach Mülheim an der Ruhr eingeladen werden. Karl Zieglers Frau und seine Tochter hatten für diesen Zweck nach Zieglers Tod eine Stiftung ins Leben gerufen.

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