Neue Wege für den Aufbau von Ringverbindungsstrukturen
Ein Baustein, zwei Funktionen: Neue Chemie spart Zeit, Arbeit und Aufwand
Ein Forschungsteam am Institut für Kohlenforschung hat einen neuen bismutbasierten chemischen Baustein vorgestellt, der die Synthese wichtiger Ringverbindungen für Medikamente und Pestizide ermöglicht.
Ein Forschungsteam am Max-Planck-Institut für Kohlenforschung hat einen neuen chemischen Baustein auf Bismutbasis vorgestellt, welcher die Synthese wichtiger Ringverbindungen ermöglicht. Diese Ringverbindungen sind unter anderem für die Herstellung von Medikamenten oder Pestiziden von entscheidender Bedeutung. Der neue bismut-basierte Baustein zeichnet sich durch seine Anpassungsfähigkeit aus, die auch als Ambiphilität bezeichnet wird.
Bisher wurde die Verbindung zwischen zwei aromatischen Ringen mit zwei Bausteinen mit unterschiedlichen „Polaritäten“ und festen Rollen hergestellt, ähnlich wie bei einem Stecker und einer Steckdose. Die neuen Bismut-Bausteine aus Mülheim funktionieren wie ein Adapter: Sie passen auf beide Seiten. Das bedeutet, dass sowohl Stecker als auch Buchsen an die neuen Bausteine angeschlossen werden können. Dies könnte die Geschwindigkeit beeinflussen, mit der Bibliotheken neuer Wirkstoffkandidaten aufgebaut werden. Diese neuen Module lassen sich isolieren und sind im Labor leicht zu lagern und zu verwenden.
„Diese Bismut-Module bieten einen neuen theoretischen Rahmen für die Konstruktion von Verknüpfungen. Nun muss sich der Praktiker nicht mehr zwischen Nukleophilen und Elektrophilen entscheiden, sondern kann je nach Verfügbarkeit wählen“, sagt Josep Cornellà, Direktor am Max-Planck-Institut für Kohlenforschung und einer der Autoren der Studie, die nun in der Fachzeitschrift Nature veröffentlicht wurde.
Die Forscher wollen dieses Konzept weiter ausbauen und die Grenzen des Ansatzes ausloten.



