Mitarbeiter bluten für den guten Zweck
Große Blutspende-Aktion des Roten Kreuzes am MPI für Kohlenforschung
Erstmals in der Geschichte des Max-Planck-Instituts für Kohlenforschung hat es eine groß angelegte Blutspende-Aktion mit dem Roten Kreuz gegeben. Daran beteiligt waren auch mehrere Rotary- und Lions Clubs aus Mülheim an der Ruhr und Essen.
Pritschen statt Pulte und Blutkonserven statt Bücher: Es ist ein ungewöhnliches Bild an diesem Freitagnachmittag im Kleinen Hörsaal des Max-Planck-Instituts für Kohlenforschung in Mülheim an der Ruhr. Dort, wo gewöhnlich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler über ihre Forschung diskutieren, läuft eine große Blutspendenaktion des Deutschen Roten Kreuzes initiiert in Zusammenarbeit mit den Service Clubs (Lions, Rotary, Rotaract aus Mülheim sowie einige Lions-Clubs aus Essen) - es ist die erste in der Geschichte des Instituts.
Rund 7000 Blutkonserven werden an den Krankenhäusern in der Stadt Mülheim jährlich benötigt – der überwiegende Teil davon für die Behandlung von Krebspatienten, berichtet das Deutsche Rote Kreuz (DRK). „Über die Mülheimer Blutspendetermine werden nur um die 2700 Blutspenden pro Jahr gewonnen, sodass eine Selbstversorgung nicht gewährleistet ist“, sagt Nina Rasche, Kreisgeschäftsführerin des DRK in Mülheim. Nun sind durch die Aktion am MPI rund 100 Spenden hinzugekommen.
Der hohe Bedarf an Blutkonserven, nicht nur in Mülheim, ist Grund genug für den Vorstand des Max-Planck-Instituts, sich einzubringen: „Ich habe überlegt, was wir als Institut in der Stadtgesellschaft Gutes tun können“, sagt Prof. Tobias Ritter, Direktor am MPI und Initiator der Aktion. Er wisse, dass grundsätzlich viele bereit seien, Blut zu spenden – doch häufig lasse der Alltag eine Spende nicht zu. „Dadurch, dass wir die Spendenaktion des DRK ans Institut holen, schaffen wir eine Gelegenheit.“
Gelungene Aktion für alle Beteiligten
Von der reibungslosen Anmeldung über das obligatorische Arztgespräch bis hin zur liebevoll aufgetischten Verpflegung nach der eigentlichen Blutspende: Perfekt organisiert von den ehrenamtlichen Mitarbeitern des DRK Mülheim – so ist die Spende aus Sicht der MPI-Mitarbeiter tatsächlich eine gute Gelegenheit, sich zu engagieren. Viele zeigen sich nach der Spende bereit, auch künftig ihr Blut zu geben.
Auch aus Sicht der Lions- und Rotary-Clubs ist das eine klasse Activity, die zeigt, was mit gemeinsamen Aktionen möglich ist. „Tobias Ritter ist Activity-Beauftragter in unserem Club – und hat mir im Sommer 2025 von dieser Idee erzählt“, berichtet Rene Neust, Präsident des Lions Clubs Mülheim-Ruhr/Hellweg. Nach der Festlegung des Termins war schnell klar – das kann eine große Aktion werden und so wurde der Kontakt zu weiteren Lions- sowie Rotary Clubs aus der Region aufgenommen, um weitere Spender zu gewinnen. „So können wir mit relativ geringem Aufwand viel Gutes tun – mit dem positiven Nebeneffekt, uns miteinander weiter zu vernetzen“, erklärt Rene Neust.
„Für uns ist so eine Aktion enorm wichtig, weil wir auf diese Weise viele Erstspender generieren können“, fasst Thomas Herzfeld, Leiter der Abteilung Spendenorganisation beim DRK Blutspendedienst West, die gemeinsame Anstrengung zusammen. Das Rote Kreuz habe in Mülheim zwar viele treue Blutspender, doch aus Alters- oder Krankheitsgründen schieden nach und nach immer wieder welche aus. „Da sind wir natürlich froh, wenn wir am Max-Planck-Institut Nachwuchs bekommen.“
So sind nach der gelungenen Premiere alle Beteiligten guter Dinge, dass dies nicht die letzte Blutspende am MPI für Kohlenforschung bleibt. „Wir können uns durchaus vorstellen, die Spendenaktion jährlich zu wiederholen“, sagt Tobias Ritter – an diesem Tag übrigens einer der ersten, die sich von den DRK-Mitarbeitern pieksen lassen.













